Dienstag, 28. September 2010 | AGFT-Koordinierungsstelle
Das Jugendamt der Stadt Leipzig hat jetzt die Jugendvereine informiert, dass von den bewilligten Fördermitteln in diesem Jahr pauschal 4,1 Prozent nicht ausgezahlt werden. Damit reicht die Stadt die Kürzung der Jugendpauschale an die freien Träger weiter.
Die Jugendvereine müssen diesen Betrag in den letzten drei Monaten diesen Jahres einsparen. Das stelle die Träger vor eine schwierige Aufgabe: Ein großer Teil der Kosten wie beispielsweise Mieten, Strom, Heizung, Versicherungen sind nicht beliebig und vor allem nicht kurzfristig reduzierbar. Diese Kosten machen ca. die Hälfte der geförderten Ausgaben in einem Jugendprojekt aus. Die zweite Hälfte sind die Löhne der Sozialarbeiter. Um die Kürzung abzufangen, müssen die Träger ihre Personalkosten je nach Projekt um 5 bis 10 Prozent reduzieren.
Eine acht-prozentige Personalkürzung bedeutet die Schließung für einen Monat. Im fortgeschrittenen Jahr 2010 wäre dies nur durch Entlassungen aller Mitarbeiter zum Dezember möglich. Leipzig droht damit eine Schließung fast aller Jugendprojekte, Freizeittreffs, Jugend-Beratungsangebote, Schulsozialarbeitsstellen im Dezember.
Viele Träger werden auf Grund der Kündigungsfristen die Entlassung zum Dezember nicht realisieren können. Diese blieben auf den Kosten sitzen. Für Jugendhilfe-Vereine ist das besonders schwierig, weil die Förderung sich immer nur auf den Teil der Kosten bezieht, den der Verein nicht anderweitig finanzieren kann. Rücklagen sind damit nicht möglich. Gerade
kleineren Vereinen droht dadurch die Insolvenz. Was zu einer weiteren gravierenden Reduzierung der Angebote für Kinder- und Jugendliche in Leipzig führen wird.
Das Land Sachsen hat 2010 seine Jugendpauschale um ein Drittel zusammengestrichen. Mit dieser Pauschale werden Jugendhilfeangebote in den Kommunen finanziert. Für Leipzig bedeutet das 2010 mehr als eine halbe Millionen Euro weniger für die Kinder- und Jugendlichen.
Anschr_Traeger_Einbehalt.pdf (550 KB)