Mehr als 10 Jugendeinrichtungen droht 2011 die Schließung


Wie die Leipziger Internet-Zeitung und die Leipziger Volkszeitung heute übereinstimmend berichten, sollen die Jugendzentren "Halle 5" in Connewitz, "Baff" im Bachviertel und der Treff Rosenowstraße im kommenden Jahr komplett geschlossen werden. Das sieht wohl ein interner Verwaltungsentwurf des Jugendamtes vor. Dadurch sollen im kommenden Jahr bis zum 240.000 Euro gespart werden - ein Drittel der für 2011 angekündigten Kürzung allein im Jugendbereich. Wenn das so ist, dann müssten also noch weitere sechs Jugendeinrichtungen eingestellt werden, um die Kürzung umzusetzen. Das wäre verheerend.

Bisher sind keine fachlichen Kriterien bekannt geworden, die die Auswahl der zur Schließung vorgeschlagenen Angebote rechtfertigen würden. Der vom Stadtrat beschlossene gültige Fachplan Kinder- und Jugendförderung bestätigt den fachlichen Bedarf aller Projekte und sieht deshalb deren Erhalt und die Stabilisierung vor.

Mit den betroffenen Vereinen hat bisher niemand gesprochen. So wurde den Vereinen die Möglichkeit genommen, aktiv auf die Situation zu reagieren und gegebenenfalls durch Zusammenlegen mehrerer Angebote eigene Sparvorschläge zu machen.

Die AGFT-Mitglieder haben auch Angst vor weiteren Rasenmäher-Kürzung der Finanzierung ihrer Projekte: An der Bunten Platte sieht man, dass Jugendarbeit nicht ohne Personal möglich ist. Das alternative Jugendzentrum "Bunte Platte" in Grünau kündigte bereits seine Schließung zum Jahresende an. "Ohne eine bezahlte Personalstelle, die sich um Öffnungszeiten und tagtäglich anfallende Aufgaben kümmert, ist für uns das Betreiben eines Jugendzentrums nicht möglich." schreiben die ehrenamtlichen Akteure auf ihrer Homepage resigniert und haben für 2011 keinen neuen Förderantrag mehr gestellt.

Bei sehr vielen Projekte ist die Personaldecke jetzt schon zu gering. Ehemalige Fachstandards, die auch ein Mindestpersonalbedarf festgeschrieben hatten, sind deshalb außer Kraft gesetzt worden. Bei weiteren Kürzungen in den Projekten drohen Zum-Leben-zuwenig-zum Sterben-zuviel-Situationen. Die AGFT ist deswegen vehement gehen die Kürzungen im Jugendbereich.

Wie die Leipziger Volkszeitung bereits in der vergangenen Woche berichtete, soll der Fördertopf für Jugendprojekte im kommenden Jahr um insgesamt 720.000 Euro gekürzt werden. Zusätzlich plant das Jugendamt die Schließung von zwei eigenen Jugendtreffs.

Zu den Kürzungen soll es kommen, weil die Stadt Leipzig 200.000 Euro an der Jugendhilfe sparen will, um ihren Haushalt zu entlasten. Auch die beiden kommunalen Treffs sollen der Haushaltskonsolidierung geopfert werden. Außerdem plant die Stadt, die Reduzierung der Landesjugendpauschale durch das Land Sachsen direkt an die Träger weiterzugeben. Der Einschnitt um ein Drittel zeigt leider, wie wenig der Landesregierung an Bildung und Förderung der Kinder und Jugendlichen in Sachsen liegt. Der Landesjugendhilfeausschuss hat deshalb bei der Landesregierung die Wiederanhebung der Jugendpauschale beantragt. Wir hoffen, dass auch die Leipziger Landtagsabgeordneten diesen Antrag aktiv unterstützen werden und sich so für die Leipziger Jugendliche einsetzen.


Auf Facebook ist mittlerweile eine kontroverse Diskussion zu diesem Thema im Gange.