Montag, 20. September 2010 | AGFT-Koordinierungsstelle
Zusammen mit dem Stadtjugendring Leipzig e.V. hat die Arbeitsgemeinschaft Freier Träger der Jugendhilfe heute mit dem Leipziger Finanzbürgermeister Torsten Bonew getroffen.
In diesem Gespräch bestätigte Bonew, dass die Stadt Leipzig die bewilligte Förderung für die Projekte der Jugendhilfe für das Jahr 2010 um 4,1 Prozent kürzen wird. So will die Stadt ihr Haushaltsloch um knapp 400.000 Euro weiter verringern. Da das Jahr bereits sehr weit fortgeschritten ist, haben die Jugendhilfe-Träger nicht mehr viele Möglichkeiten die Einnahmeausfälle durch Leistungsreduzierung auszugleichen. Sachkosten wie Mieten oder Strom sind nicht kurzfristig reduzierbar. Auf Grund von Kündigungsfristen sind auch die Kündigungen der Sozialpädagogen in vielen Fällen nicht mehr fristgerecht möglich. Die AGFT erwartet deswegen, dass mehrere Träger auf den Finanzierungsloch von mehreren tausend Euro pro Projekt sitzen bleiben werden. Gerade kleine Träger werden das nicht ausgleichen können. Ihnen droht die Insolvenz.
Für das Jahr 2011 kündigt Bonew bereits die nächste Kürzungswelle an: Reichlich 700.000 Euro sollen dann in der Jugendhilfe weniger ausgegeben werden. Das entspricht ungefähr 20 Sozialarbeiterstellen in der Stadt. Mit dieser Reduzierung will die Stadt ab 2011 die Einnahmeausfälle aus der Jugendpauschale des Freistaates Sachsen ausgleichen.
Bereits vor einigen Tagen war bekannt geworden, dass die Stadt bei der Förderung aller Vereine und Verbände 2011 insgesamt 880.000 Euro einsparen will, um den städtischen Haushalt zu konsolidieren. Es ist davon auszugehen, dass diese Kürzung nach zusätzlich auf den Jugendhilfeetat zukommen wird. Mit drohen Reduzierungen von bis zu 15 Prozent. Das würde das Aus von jedem fünften Jugendhilfe-Angebot in Leipzig bedeuten.
Info_Foerd_2011.pdf (628 KB)